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Grippewellen, Hitzewellen, diverse Viren

| Tabea Anderfuhren | Leben mit Demenz
Grippewellen, Hitzewellen, diverse Viren

Alters- und Pflegeheime kennen Krisensituationen und sind bis anhin selbstständig damit umgegangen.

Ein komplettes Besuchsverbot über so lange Zeit ist eine krasse Massnahme, da zu einem grossen Teil Menschen davon betroffen sind, die nicht selber entscheiden können, in welchem Ausmass sie sich isolieren möchten.

Wir Gesunden können gut abschätzen, wie und in welchem Rahmen wir uns und andere schützen, indem wir vorgegebene Regeln befolgen. Eine komplette Isolation ist uns aber nicht auferlegt.

Viele betagte und hochbetagte Menschen schätzen den sozialen Kontakt zu ihren Mitmenschen sehr. Er ist wichtig für ihr umfassendes Wohlbefinden. Verwandte, Freunde/innen, Therapeuten/innen:  Regelmässiger Kontakt zu diesen Menschen sind für viele Bewohnende von Heimen viel wert. Der abrupte Ausfall gewisser Besuche stelle ich mir als sehr einschneidend vor im Leben eines betagten Menschen. Gerade für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung muss es schwierig bis unmöglich sein, zu verstehen, warum die wertvollen Kontakte im Moment ausfallen. Die Pflegenden in den Heimen leisten ohne jeden Zweifel wundervolle Arbeit. Nur kann natürlich niemand Angehörige oder andere Vertrauenspersonen ersetzen.

Hätten die Institutionen nicht wie bis anhin selbst eine Lösung gefunden für die aktuelle Situation? Sie kennen ihre Bewohner und wissen um deren Bedürfnisse.

Wäre es wohl möglich gewesen, einen gewissen Kontakt auf eine gewisse Weise zuzulassen? War es tatsächlich nötig, die Bewohner von der Aussenwelt abzuschneiden?

Schützen ist wichtig. Der Preis für diese Art der Isolation ist für viele betagte Menschen aber enorm hoch.