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Podiumsgespräch «Demenz: Scheinwelt und Wirklichkeit»

| Tabea Anderfuhren | News
Podiumsgespräch «Demenz: Scheinwelt und Wirklichkeit»

Die demenzfreundliche Gemeinde Wiesendangen lud am 13.11.2025 zum Podiumsgespräch ein zum Thema «Demenz: Scheinwelt und Wirklichkeit». Teilnehmende waren der Gründer der Sonnweid Michael Schmieder, der Gemeinderat von Wiesendangen Daniel Schmid, der Geschäftsleiter der Spitex Bachtel Jens Weber, die Gründerin des Vereins DeMentality Young Chon Bak und Tabea Anderfuhren von ProDemenz.

Wir diskutierten die Frage, ob Menschen mit Demenz in einer Scheinwelt leben und beleuchteten die ethischen Grundsätze und Regeln im Umgang mit Wahrheit, «White Lies» oder «Fake-Aktivierung». Ebenso wurden die Kosten, die die Krankheit Demenz in der Schweiz verursacht, diskutiert. Mögliche Lösungsansätze und Ideen im Hinblick auf die bevorstehende Zunahme von demenziellen Erkrankungen und in Folge der Belastung des Gesundheitssystems waren ebenfalls wichtige Gesprächspunkte. 

Es gab spannende Meinungen der Teilnehmenden, die sich zwar nicht immer deckten, aber die Gesprächführenden und das Publikum anregten, über kreative Lösungen nachzudenken. Dabei wurde unter Anderem der Umgang mit KI besprochen. Soll man KI in der Demenzpflege einsetzen oder nicht? Wenn ja, wie genau und in welchem Umfang? Gibt es geltende ethische Grundsätze? Die Wichtigkeit der Freiwilligenarbeit in der Betreuung wurde in Zahlen erläutert und darüber diskutiert, dass diese attraktiver gestaltet werden müsste, indem zum Beispiel Überforderungen frühzeitig verhindert werden. Die Enkelgeneration wurde angesprochen und deren Potential, wertvolle Betreuung in der Demenzbetreuung zu übernehmen.

Mir persönlich war das Thema Sensibilisierung am wichtigsten. Wenn wir Demenz sichtbar machen in der Gesellschaft und dabei bereits bei unseren jungen Kindern ansetzen, indem wir zum Beispiel in der Schule niederschwellig darüber informieren, kann Demenz einfacher akzeptiert werden, der Umgang damit wird vertraut, Ängste werden eliminiert und die Tabuisierung dieser Krankheit fällt weg. Gerade Kinder haben eine hohe Toleranz und eine ausgeprägte Offenheit gegenüber Menschen, die «anders» sind. Ich empfinde es als eine wichtige Aufgabe, Demenz für die junge Generation sichtbar und verständlich zu machen, damit es «normaler» und somit einfacher wird, mit erkrankten Menschen umzugehen.